Kennst Du das schöne Waldbachtal,
wo eilt und rauscht die munt're Kahl ?
Kennst Du den dunklen Spessartwald,
wo einst des Jägers Waldhorn schallt' ?
Du siehst auf seinen Bergeshöh'n
zerfall'ne Burgen träumend steh'n,
daraus viel Ritter, Edelfrau'n
in Sagen, Märchen auf dich schau'n.
Da klappern in dem Wiesengrund
viel Mühlen emsig Stund' um Stund'.
Sie mahlen uns das täglich Brot
und bannen so die große Not.
Verträumt liegt still im Waldbachtal
manch Dörflein lieblich an der Kahl,
ein kleines, alt und säuberlich,
rühm' stolz als meine Heimat ich.
Dich lieb ich, stiller Spessartort,
der Vätersitte starker Hort.
Dein dacht' ich in der weiten Welt,
kein Ort mir so wie du gefällt.
Da wiegte mich der Mutter Lied,
wo dort am Hang der Kirschbaum blüht,
da war ich jung, nun bin ich alt,
noch immer rauscht mein Spessartwald.
Da blüht auf grüner Wiesenau
ein Blümlein zart und himmelblau,
das grüßt und mahnt: "Vergiß mein nicht,
Verlaß der Väter Sitte nicht!"
Dich lieb ich, schönes Waldbachtal,
wo eilt und rauscht die munt're Kahl !
Dich lieb ich, stiller Spessartort,
der Vätersitte starker Hort.